SAUEN

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Baugeschichte

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In den Jahren 1896 und 1897 wurde die Kirche neu errichtet. Der Vorgängerbau brannte nach einem Blitzschlag
am 24. August 1895 völlig aus. Beim Wiederaufbau fanden von dem ehemals mittelalterlichen Feldsteinbau aus
dem 15. Jahrhundert die Umfassungsmauern Verwendung. Der heute vorfindliche Sakralbau wurde als „Kreuzkirche“ am 12. April 1897 eingeweiht. Ein Kreuz bildet den Grundriss der Kirche. Somit besteht der Sakralbau aus einem langen Kirchenschiff und einem kurzen Querschiff.

Die Nord- und Südseite des Querschiffes sind mit Staffelgiebeln ausgestattet. Die Kirche hat eine eingezogene fünfseitige Apsis, die an drei Seiten spitzbogige Fenster hat. Der aufgesetzte Dachturm ist verschiefert. Er hat auf allen Seiten Schallöffnungen und ist mit einem Spitzhelm versehen. Im Turm hängen zwei Glocken. Sie sind im Jahr 1896 von Georg Collier aus Zehlendorf gegossen worden. Der Turm wird von einer Spitze abgeschlossen, die aus einer Kugel und einer Wetterfahne besteht. Die Wetterfahne zeigt die Jahreszahl 1896.

In den Jahren 1994 bis 1997 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. So wurden unter anderem
die Elektroanlage und die Dachkonstruktion erneuert, weil die Dachkehlen vom Schwamm befallen waren. Auch das Innere der Kirche erhielt einen neuen Anstrich. Die Kosten für diese Sanierungsarbeiten betrugen rund 128.000 DM. Die Wiedereinweihung der Kirche fand am 8. Juni 1997 statt.

 

Ausstattung

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Der aus drei Pfeilern gemauerte Altartisch mit der überstehenden Holzplatte wird von einem großen auf der Vorderseite mit Blattgold versehenem Holzkreuz geschmückt. Links vor dem spitzbogigen Durchgang zur Apsis steht die hölzerne Kanzel. Sie ist neogotisch und hat eine polygonen Kanzelkorb. Die quadratisch gemauerte Taufe steht rechts vom spitzbogigen Durchgang.

Altartisch, Kanzel und Taufe sind bei der Neugestaltung des Kircheninneren in den Jahren 1965 und 1966 neu entworfen und gefertig worden. Bei dieser Neugestaltung sind die Emporen aus dem Querschiff herausgenommen worden. Die Kanzel, ursprünglich an der Wand des Querschiffes befestigt und durch eine Wendeltreppe zugänglich, ist abgebaut und durch eine neue Holzkanzel auf freistehendem Steinsockel ersetzt worden. Auch der quadratisch gemauerte Steinsockel für die Taufschale ist neu an diesem Platz. Ebenso sind der neogotische Altartisch und die Bänke unter der Orgelempore entfernt worden, letztere zugunsten einer Gedenktafel für die Opfer von Krieg und Gewalt.
Des weiteren sind die schadhaften Buntglasfenster in der Apsis durch neue ungetönte ersetzt worden.

Die Kirche hat eine hölzerne Westempore. Sie wird von Holzpfeilern getragen. Auf der Westempore hat die Orgel ihren Platz. Sie hat ein Manual, ein Pedal und acht Register. Das Instrument, 1897 erbaut, ist das Werk des Orgelbaumeisters Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder)
(Op. 697).

Mit freundlicher Genehmigung des Heimat-Verlages Lübben aus „Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises an Oder und Spree“,
Autor: Hans-Joachim Beeskow (1946- 2021)